Maria Josefina Jordan war 14 Monate „Bufdi“ in unserer Margarete-Winkler-Kita
„Ich habe zum Glück diese Kita gefunden“, sagt Maria Josefina Jordan, von allen nur Josy genannt, mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht. Für 14 Monate unterstützte sie als Teilnehmerin des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) das Team unserer Margarete-Winkler-Kita. Nun heißt es Abschied nehmen.
Nach dem Abitur 2022 war die junge Argentinierin nach Deutschland gekommen – zuerst als Au-Pair nach Bad Honnef, danach in unserer Kita. Was motivierte sie dafür? „Ich arbeite sehr gern mit Kindern und wollte kennenlernen, wie eine Kindertagesstätte hier funktioniert“, sagt sie. Außerdem ging es ihr darum, ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, „besonders beim Sprechen im Alltag“. Und das Jahr gab ihr die Chance, über ihre berufliche Zukunft zu entscheiden.
„Josy ist von Anfang an auf die Kinder zugegangen, und die Zeit mit ihr war ein großer Gewinn für uns alle“, erklärt Kita-Leiterin Stephanie Twardowski-Lindlahr und ergänzt: „Zwei zusätzliche Hände und ein Kopf, der mitdenkt.“ Denn gerade die vielen Hilfen im Alltag bedeuten eine enorme Unterstützung: Wenn alle Kinder Jacken und Schuhe für draußen anziehen, beim Mittagessen oder zum Mittagsschlaf. Wenn es bei Wasserspielen im Garten hoch hergeht oder Basteln, Spielen und Vorlesen auf dem Programm stehen. Und: „Der Blick von außen, das Hinterfragen mancher Regeln und Routinen, bringt einen selbst zum Nachdenken.“
Zum Jahr im BFD gehören Seminare außerhalb der Kita als Teil der persönlichen und fachlichen Entwicklung. „Ich konnte über meine Arbeit reflektieren, mich mit anderen Freiwilligen austauschen und viel über das Bildungssystem lernen“, erinnert sich Josy. Aber: „Meine Highlights sind die vielen gemeinsamen Momente mit den Kindern, wenn sie zum Beispiel im Morgenkreis toll mitsingen oder wir als AckerRacker so vieles über Natur, Gemüseanbau und gesunde Ernährung miteinander erleben.“ Wenn die Kinder Spaß haben, sich frei bewegen können und viel lachen, erlebe sie sehr emotionale Momente, denn „ich spüre, wie glücklich sie sind.“
Gab es auch schwierige Situationen zu meistern? Es sei nicht leicht, wenn viele Kinder gleichzeitig etwas brauchen oder wenn ein Kind traurig ist. „Ich musste lernen, ruhig zu bleiben und auf jedes Kind einzugehen. Mit der Zeit habe ich immer mehr Sicherheit bekommen und gelernt, mit solchen Situationen umzugehen.“ Sie schwärmt von ihren Kolleginnen und dem positiven Umfeld der Kita: „Die Erzieherinnen haben mir alles erklärt, mich begleitet und viel Geduld mit mir gehabt, besonders weil mein Deutsch am Anfang nicht so gut war“, erzählt Josy.
Nach all den positiven Erfahrungen fällt der Abschied jetzt schwer, das spürt man der jungen Frau genauso an wie der erfahrenen Kita-Leiterin. Josy hat sich entschieden, ein Online-Studium aufzunehmen und in Deutschland zu bleiben. Obwohl ihr deutliche kulturelle Unterschiede zu ihrer Heimat auffallen: „Manchmal schockt mich schon, was hier noch alles per Papier läuft. Und ich vermisse das Barbecue mit viel Fleisch aus Argentinien.“ Ein entscheidender Punkt aber machte ihr die Wahl für Deutschland ganz leicht: Sie hat ihr privates Glück gefunden und wohnt mit ihrem Freund in Plittersdorf. Zeit für einen Besuch in „ihrer“ Kita wird sich da sicher finden.
