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Bewegende Oden eines Literaturnobelpreisträgers

Musikalische Lesung mit Maximilian Hilbrand und Sebastian Gramss

Es war 80 Minuten lang mucksmäuschenstill im Publikum, als Maximilian Hilbrand (Stimme) und Sebastian Gramss (Kontrabass) am 10. Mai 2026 ihre musikalische Lesung im Mausoleum von Carstanjen darboten. Das Programm mit ausgewählten Werken des chilenischen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda (1904-1973) und die meisterliche Umsetzung durch die beiden Künstler berührten und bewegten alle Anwesenden zutiefst.

Ob der Stern, das Meer, die Artischocke oder der Löffel – die überquellende Poesie von Nerudas Oden zelebrierte Maximilian Hilbrand souverän in unterschiedlichsten Betonungen und Lautstärken; von leise-gefühlvoll bis kräftig-dramatisch. Denn Nerudas Werke vereinen die Klage über das menschliche Leid mit einer tief empfundenen Freude am Leben. Seine Dichtung berührt durch ihre Kraft und Universalität Menschen unterschiedlichster Kulturen und Weltanschauungen bis heute.

Sebastian Gramss am Kontrabass leistet so viel mehr als die musikalische „Umrahmung“ dieser Dichtung. Er „sang“ in allen Tonlagen auf seinem Instrument, entlockte ihm dank zweier Bögen und zusätzlicher Saiten faszinierend-berauschende Klänge und schuf immer wieder ein beglückendes Innehalten, bevor es mit Maximilian Hilbrand stimmlich erneut hineinging ins nächste leidenschaftliche Wortwerk Nerudas.

Wir danken den beiden herausragenden Künstlern für dieses Erlebnis in der besonderen Atmosphäre des Mausoleums von Carstanjen. Ebenso gilt unser Dankeschön den haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, die das Ereignis durch ihren großen Einsatz möglich machten.