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Petra Banger mit Uhu

„Als wir kamen, gab es nur eine Idee“

Wir verabschieden Petra Banger mit einem riesigen Dankeschön

Petra Banger erinnert sich gut an ihren Start bei der neuen Ambulanten Demenzhilfe der Bürgerstiftung Rheinviertel im September 2019: „Als wir kamen, gab es nur eine Idee“, sagt sie. Fast sieben Jahre später geht die Koordinatorin in den Ruhestand und hinterlässt einen Dienst, der aus Bad Godesberg nicht mehr wegzudenken ist. Heute werden rund 40 Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen pro Woche von Haupt- und Ehrenamtlichen begleitet.

Die Idee für die Ambulante Demenzhilfe hatte Pfarrer Dr. Wolfgang Picken aufgrund der Erfahrungen mit den Palliativschwestern im Quartier. „Den Menschen im Rheinviertel helfen und sie unterstützen“ – so hieß die Aufgabe. Aber was bedeutet das konkret? 

Gemeinsam mit Prof. Oliver Tiemann aus dem damaligen Vorstand der Bürgerstiftung, Birgit Ratz, Leiterin des Fachbereichs Leben und Wohnen in Alter und Krankheit bei der Caritas, sowie ihrem Kollegen Marc Dörnemann entwickelte Petra Banger ein tragfähiges Konzept: Welche Personen können wir wie lange und mit welchem Stundenkontingent begleiten? Wie gelingt es, die Kapazitäten der beiden 50-Prozent-Kräfte durch qualifizierte Ehrenamtliche zu verstärken? Wie wichtig ist eine Selbsthilfegruppe für Angehörige? „Parallel dazu gab’s bereits die ersten Anfragen, und wir sind sofort hingefahren“, berichtet sie.  

Auch Corona konnte die Arbeit nicht unterbrechen: „Wir haben die Leute gefragt, ob wir kommen sollen, getestet und mit Maske“, so Petra Banger. „Und fast alle wollten weiterhin Besuch. Für die anderen haben wir Einkäufe übernommen. Es wurde nichts abgesagt, und wir hatten genauso viel zu tun wie vorher.“ 

Ein weiterer Meilenstein war 2022 die Ausweitung des Angebots auf ganz Bad Godesberg. Ein Jahr später folgte die Gründung der Kreativ-Werkstatt Demenz im neu eröffneten Stiftungstreff. 2024 endete der fünfjährige „Modell“-Status der Ambulanten Demenzhilfe. Er mündete in eine verbindliche Kooperationsvereinbarung mit dem Caritasverband für die Stadt Bonn.

Was bleibt Petra Banger vor allem in Erinnerung? „Der Beratungsbedarf hat sich immer weiter erhöht. Jede Woche habe ich ein Gespräch und dazu kommen viele Telefonate.“ Ihr Herz schlägt besonders für die Teilhabeangebote im Stiftungstreff, vom Besuch eines Falkners mit seinen Greifvögeln über das Welpen-Watching bis hin zu einer Ausstellung der Kunstwerke, die Menschen mit Demenz in Malworkshops gestalteten. Gerne denkt sie auch an die großen Palliativ- und Demenztage zurück. Besonders gut gelungen sei zudem „der Aufbau eines sehr engagierten Ehrenamts“.

Gleichzeitig nennt Petra Banger die Grenzen der kostenfreien Unterstützung: „Wenn Menschen mit Demenz komplett auf sich gestellt sind und sich bis hin zur Verwahrlosung gar niemand kümmert, dann können auch wir diese Situation nicht lösen.“ Umso bewegender sind für sie die Momente, in denen echte Hilfe möglich wird. „Ein dementer Herr war aus der Kirche ausgetreten, sagte mir aber mit Tränen in den Augen, er wolle wieder zurück. Dies gelang kurzfristig in einer kleinen Zeremonie mit dem leitenden Pfarrer, und dem Herrn ging es anschließend so viel besser.“  

Wir danken Petra Banger von ganzem Herzen für ihren riesigen Einsatz und ihre wertvolle Arbeit für Menschen mit Demenz in Bad Godesberg. Für den neuen Lebensabschnitt wünschen wir ihr alles Gute, Gesundheit und viele erfüllende Momente.